Anno dazumal ...

Als die Dampfschiffe in den 1840er Jahren feste Fahrpläne einführten, gründeten sich an den Haltestellen Herbergen und Hotels. Die Dampfer hielten auch oft an den Poststationen, wie hier in Leikanger. Ab 1857 gingen regelmäßig Schiffe nach Bergen. So entstand die Reederei Fylkesbaatane i Sogn og Fjordane.

Der Bäcker Jan G. Olsen besaß bereits vor 1900 einen Gasthof in Leikanger sowie zwei Frachtsegler. In einem Reisehandbuch von 1896 steht: "Leikanger, 260 km von Bergen gelegen, ist ein heiterer, schöner Strand am Hauptfjord. Hinreißender Ort. Quartier bei Bäcker Olsen.”

 

Der Fjord war die einzige Verkehrsverbindung; eine Straße nach Sogndal gab es noch nicht. Um 1900 gab sich der Gasthof einen neuen Namen, J. Olsen Hotel. Er verfügte zu der Zeit über 15 Betten.

 

Leikanger Fjord Hotel

Die Geschichte des Leikanger Fjord Hotel beginnt 1913, als Gustav Reinhard Lie Bäcker in Bergen war. Dort traf er seine zukünftige Frau Cecilie. 1919 verbrachte das Paar seine Ferien bei Cecilies Familie in Leikanger.

 

Bäckerei und Hotel

Gustav wusste, dass es am Ort einen Bäcker gab und machte sich mit seinem Kollegen bekannt, um ihn beim Backen zum Wochenende zu entlasten. Er hieß Jan Grøvåg Olsen und war ein Universaltalent: Bäcker, Hotelbesitzer, Posthalter mit Boot und außerdem Witwer. Die beiden Herren freundeten sich schnell an, und nach kurzer Zeit bot Olsen sein Eigentum zum Kauf an, das aus dem kleinen Hotel mit der Backstube im Keller bestand. Davor lag ein herrlicher Badestrand mit Steg und Bootshaus darauf, Badehaus und Holzschuppen. Aber Gustav hatte nicht genug Kapital, und was er als Bäckergeselle zurücklegte, verschwand bei der großen Wirtschaftskrise 1918 nach dem 1. Weltkrieg.

 

Die Hotelübernahme

Zum Jahreswechsel 1919/1920 besuchte der alte Olsen eines Nachmittags Gustav in seiner kleinen Wohnung in Bergen, weil er immer noch meinte, der Freund solle das Anwesen in Leikanger kaufen. Gustav bat um Bedenkzeit und suchte Rat bei seinem Meister und Freund, Bäckermeister Samuelsen. Er stellte Gustav dem Großkaufmann Giertsen vor, und die drei Männer diskutierten über ein Darlehen. Im Frühjahr 1920 wurden sie handelseinig.

 

Warmstart

Am 14. Juni 1920 kurz nach Mitternacht fand sich Gustav in der Bäckerei ein, um zum ersten Mal den Bäckerofen anzuheizen und die Bäckerei am Morgen um 9.00 Uhr mit ofenfrischem Brot und Gebäck zu eröffnen.

 

Cecilie kam am frühen Morgen mit einem Eimer mit zwei Litern Milch. Sie wollte sich um das Hotel kümmern. Es war eine ganze Menge in Ordnung zu bringen, bevor der Betrieb beginnen konnte..

 

Die zweite Generation kommt an

Am 2. Mai 1922 kam Jomar zur Welt; seine Geburt wurde großartig gefeiert.

Die Zukunft des Leikanger Fjord Hotel als Hotel in Familienbesitz war nun so gut wie gesichert.

 

Die Jahre bis 1926 vergingen mit fortlaufenden Erneuerungen und Renovierungen. Danach war das Hotel gut in Stand, aber immer noch ohne elektrischen Strom.

 

Der Brand

Trotz der Renovierungen dienten immer noch Öllampen als Beleuchtung, und in einem der Gästezimmer fing eine Gardine Feuer durch eine Lampe. Das Hotel brannte ab bis auf den Grund.

 

Das war bitter für das Ehepaar Lie nach aller Arbeit, die es geleistet hatte. Die Wirtsleute waren aber erst 30 Jahre alt, und so hieß es Ärmel aufkrempeln und von vorne anfangen. Neue Pläne und Zeichnungen wurden angefertigt und die Aufbauarbeit in Gang gesetzt. Zur Sommersaison 1928 war das neue Hotel fertig, nun mit 40 Betten. Die Stammgäste kamen zurück.

 

Das Morgenritual für die Bediensteten war so: Zuerst die Öfen in den Gästezimmern anheizen, damit die Gäste es beim Aufstehen warm hatten, dann warmes Wasser zum Waschen und Rasieren bringen. Wieviel Arbeit das machte, können wir uns heutzutage kaum noch vorstellen.

 

Elektrisitet

1930 kam elektrischer Strom, den das neue Kraftwerk bei Henjabrui in Hermansverk lieferte. Die ca. 200 lieferbaren KW waren mehr als ausreichend. Heutzutage verbraucht allein das Hotel zeitweise so viel. Bevor es Strom gab, sorgte Gustav selbst für die Straßenbeleuchtung. Er hängte abends eine Öllampe in Form einer Fledermaus an die Hausecke.

 

Im Frühjahr 1937 wurde die Straße Sogndal - Leikanger eröffnet. Das Hotel erwarb das erste Auto 1936, einen 1922er Willeys Overland mit Plüschsitzen und schönen Gardinen.

Jedes Jahr kamen mehr Gäste, betuchtere Familien aus Bergen, die sich zwei Wochen Ferien nahmen. Vollpension kostete damals 4,50 Kronen für Erwachsene – Kinder gratis.

 

Der Krieg

Was im Hotel im Krieg geschah, würde ein ganzes Buch füllen, wir beschränken uns auf folgendes: In den letzten drei Kriegsjahren diente das Hotel als Basis für die Spionageabteilung EB XU, die dem Secret Service in London unterstand. In der letzten Woche vor Kriegsende nahm auch Mil.org. dort Quartier und betrieb in Zimmer 337 einen Radiosender. Mil.org. und XU waren unabhängig voneinander. Mil.org. besaß Waffen und war kampftrainiert, XU dagegen trieb Spionage hinter den Linien des Feindes. Leiter für diese Fylke war Agnar Ulvedal, sein Stellvertreter Jomar Lie.

 

Die hoffnungsvolle Jugend

Am 1. September 1946 zog Jomar in das Internat der Hotelfachschule, St. Olavsgt. 8, in Oslo ein. Auch Anne Lise Heining aus Bærum besuchte diese Schule. Sie und Jomar verlobten sich vor Weihnachten und verbrachten das Fest in Leikanger. Sie heirateten am 12. Juni 1948.

 

Zu Hause ist es doch am schönsten

De første årene etter krigen var belegget på hotellet nordmenn som hadde små muligheter til utenlandsferier. Alt materiell som båter - biler - tog og fly var tatt av krigen eller nedslitt. Folk som hadde vært heldige og unngått å få bilene rekvirert av okkupasjonsmakten, var stolte og vi følte de hadde mest lyst til å ta bilen med opp på rommet for natten. Ellers var sykkel det mest framtredende fremkostmiddel.

Etterhvert kom norsk/amerikanerne som ville oppleve gamlelandet.

 

Historische Fahrzeuge

Das Hotel hatte die Posthalterei vom Vorgänger übernommen, der die Post mit kleinen Segelbooten frachtete. Das erste Auto, ein 1922er Villys Overland (s-558) wurde für 360 Kronen in Bergen angeschafft. Mit dem nächsten Wagen, einem 1938er Opel Olympia, fuhr Gustav eines Tages nach Oslo. Ein dortiger Freund, der eine große Firma besaß, brauchte dringend einen Opel für seine Reisenden und tauschte gegen ein Luxusmodell, einen 1937er Chrysler Royal (s - 36). Diesen nahmen die Deutschen und bauten ihn zum Kleinlastwagen um. Nach Kriegsende waren keine Autos zu erwerben, bis Jomar Lie im Frühjahr 1947 einen gebrauchten 1939er Studebaker (s-96) kaufen durfte, weil der Posthalterei auch Taxibetrieb auferlegt worden war. Im nächsten Jahr, 1948, erhielt Jomar die Kaufgenehmigung für einen Plymouth, den er acht Jahre und 360 000 km als Taxi fuhr. Der nächste Wagen war ein 1955er Chevrolet-Jubiläumsmodell (s-606) alsHotelfahrzeug, dann kam ein 1961er Mercedes 220 (2-606).

 

Harde etterkrigsår

In den Nachkriegsjahren war das Hotel gut besucht, obwohl die Lebensmittel noch rationiert waren.

Im Krieg waren Renovierungen unmöglich gewesen, nun waren sie überfällig und gingen mit Hilfe guter Bekannter in Handelsbetrieben, besonders in Bergen, vor sich. Ein paar Liter Farbe hier und da, gute Butter vom schwarzen Markt. Jomar malte im Winter 1948/48 eigenhändig die Möbel in den Gastzimmern an.

 

 

1/1-1955

Anne Lise und Jomar Lie übernahmen das Hotel am 1. Januar 1955. Cecilie und Gustav waren zu der Zeit 60 Jahre alt und wollten in den Ruhestand gehen. Jomars Bruder Oddvin übenahm die Bäckerei.

 

Die dritte Generation

Anne-Lise und Jomar hatten einen Sohn, Jan-Erik, geboren 1955, und eine Tochter, Cecilie, geboren 49.

 

 

1960/1973

In den 60er Jahren war das Hotel gut besucht, vor allem von englischen und holländischen Gästen. Dazu kamen täglich Gäste der 3-tägigen Fjord Line-Tour zwischen Oslo und Bergen zum Mittagessen. Es waren Reisende aus den USA, und sie genossen ein kaltes Bufett. Oftmals trafen zwei Gruppen gleichzeitig ein, und alle regulären Gäste hatten Vollpension und wollten mittags versorgt sein.

Zur Saison 1960 wurde der Speisesaal erweitert.

Zur Saison 1962 wurde ein Flügel im Blockhausstil mit 5 Zimmern mit Dusche/WC erbaut. In diesem Jahr erhielt das Hotel auch volles Schankrecht.

Es gab weitergehende Ausbaupläne, aber Mangel an Baugrund verhinderte sie bis 1972, als das Hotel entlich das Nachbargrundstück erwerben konnte.

Zur Sommersaison 1973 war ein Anbau aus Beton fertiggestellt. Dort befanden sich 29 Zimmer sowie ein kombinierter Fest- und Konferenzraum.

 

Stammgäste

Das Hotel hat nach wie vor viele Stammgäste. Eine Familie aus England hält den Rekord mit 37 Jahren Ferien hintereinander, jeweils großzügige 3-4 Wochen. Der heutige Besitzer Jan-Erik kaufte der Familie als Erinnerung ihren Bentley ab.

 

1980

Die Besucherzahl stabilisierte sich, und die Familie Lie war damit und mit dem Trend zufrieden. Jan-Erik arbeitete bereits seit längerem mit und übernahm den Betrieb am 1.1.85. Das Hotel wurde seitdem umgebaut und total renoviert, u.a. mit erweitertem Speisesaal im alten Stil.

4. Generation

Jan Erik und Adelheid Lie bringen ihre Tochter Trine Lise zur Welt in 1992.

 

 

N - 6863 Leikanger – Sognefjord, Norway – tel: (+47) 576 56 020 – epost: post(a)leikanger-fjordhotel.no